10 Sep. 2010   Béla Bartók National Concert Hall
11 Sep. 2010   Béla Bartók National Concert Hall
12 Sep. 2010   Béla Bartók National Concert Hall

CD der Woche

Antonín Dvoøák: Sinfonie Nr. 7 und "Amerikanische Suite"
Mit dem Budapest Festival Orchestra

Es war der Traum vom eigenen Orchester mit einem Klang jenseits eingeschliffener Beamtenmentalität, der Ivan Fischer nicht mehr loslassen wollte. Sieben Jahre stand der ungarische Dirigent, Schüler von Hans Swarowsky und Nikolaus Harnoncourt, vor den großen Orchestern dieser Welt. Doch wirklich zufrieden war er mit dieser Gastrolle nie. Während der Tourneen saß er Abend für Abend in seinem Hotelzimmer und notierte sich Dinge, die er anders machen würde, hätte er erst einmal ein eigenes Orchester.

1983 war es dann endlich soweit. Zusammen mit dem Pianisten Zoltán Kocsis gründete Ivan Fischer das Budapest Festival Orchestra. Auf dem Programm: die großen sinfonischen Werke von Mozart bis Mahler, die ungarische Moderne und, nicht gerade typisch für ein Sinfonieorchester: Kammermusik.

Der sensationelle Erfolg des Budapest Festival Orchestra brachte Ivan Fischer schnell den Ruf als einer der weltweit visionärsten und erfolgreichsten Dirigenten ein. Bis heute wählt Fischer nur die Crème de la Crème aus jungen ungarischen Musikern für sein Orchester aus und entwickelt für jedes einzelne Mitglied gezielte Übungsmethoden.

Mit Antonín Dvorák ist das Ensemble bestens vertraut. Nach den erfolgreichen Einspielungen der achten und neunten Sinfonie, der Slawischen Tänze und dem Cellokonzert steht jetzt die siebte Sinfonie im Mittelpunkt. Mit viel Leichtigkeit erfüllen die Budapester dieses gedankenschwere Werk. Trotz des raschen Tempos kommt hier alles auf den Punkt. Die großen Tuttistellen laden fast zum Mitwippen ein, die sachten Passagen hingegen zeichnen sich durch eine ungemein feine Sanglichkeit aus. Insbesondere der Scherzo-Satz sprüht vor natürlicher Spielfreude.

Dass Ivan Fischer auch gern einmal Abstecher zu weniger bekannten Werken wagt, zeigt seine Wahl der Amerikanischen Suite von Antonín Dvorák, die das neue Album abrundet. Diese hatte Dvorák 1895 in Amerika geschrieben. Mit einer schillernden Lebendigkeit arbeitet Ivan Fischer die vielen tschechischen, so heimatlichen Themen heraus, die der Suite ihr Gesicht geben. Wie ein Wirbelsturm fegt das Orchester durch die beiden Allegro-Sätze und zaubert mit Schwung und Genauigkeit einen wahrhaften Glückstaumel.

Bei dieser Aufnahme ist zu spüren, dass das Budapest Festival Orchestra mehr als nur einen Job erledigt. Vielmehr transportiert es eine unbefangene Selbstverständlichkeit, die Dvorak in einem glanzvollen und zugleich authentischen Licht darstellt. Damit beweist Ivan Fischer einmal mehr, dass es sich durchaus lohnt, seine Träume in die Tat umzusetzen, denn das ist Musik jenseits von eingeschliffener Beamtenmentalität.

Ulrike Klobes, Kulturradio RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg)
12 July 2010

 

The Budapest Festival Orchestra confirmed the opinion of the international press - this ensemble is now truly among the world`s best. They are capable of working on a broad canvas - thinking strategically, in a sense - whilst at the same time highlighting the smallest details - working with tactical precision.
Budapest, Magyar Hírlap, November 28th 2000, Attila Retkes
 

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